Richtprozesse für Aluminiumprofile
CNC-Streckrichten mit individueller Verdrehkorrektur
Verwindung, Durchbiegung und schwankende Geometrien erschweren die Weiterverarbeitung von Aluminiumprofilen. GW entwickelt Streckrichtmaschinen und automatisierte Richtzellen, die jedes Bauteil vermessen, gezielt korrigieren und das Ergebnis anschließend prüfen.

Maßhaltige Profile für die nächste Fertigungsstufe
Beim Abschrecken hochfester Aluminiumprofile können asymmetrische Querschnitte ungleichmäßig abkühlen. Die Folge sind Verdrehungen und Abweichungen von der Geraden in horizontaler oder vertikaler Richtung. Diese erschweren beispielsweise die Montage von Schweller-, Rahmen- und Batteriegehäuseprofilen und können Nacharbeit an Schweißverbindungen verursachen.
Da die Abweichungen von Bauteil zu Bauteil variieren, basiert unser Richtprozess auf der individuellen Vermessung jedes Profils.
So funktioniert das Streckrichten
Das Profil wird an beiden Enden gespannt und in Längsrichtung über die Streckgrenze hinaus gedehnt. Gleichzeitig korrigieren CNC-gesteuerte, drehbare Spannköpfe die gemessene Verwindung. Zugkraft und Torsion wirken kontrolliert zusammen. Eine mittlere Spannung kann lange und nachgiebige Profile zusätzlich unterstützen.
- Messen: Verwindung und Durchbiegung des Rohteils erfassen, mit Lasersensoren in der Maschine oder einer externen taktilen Messstation.
- Spannen: Profilspezifische Spannbacken aufnehmen und die Spannpositionen passend zum Bauteil einstellen.
- Strecken und Entdrillen: Axiale Zugbelastung und Verdrehkorrektur auf die gemessene Abweichung abstimmen.
- Prüfen: Das gerichtete Profil erneut vermessen. Bauteilbezogene Dokumentation und eine IO-/NIO-Sortierung lassen sich in den Ablauf integrieren.

Automatisierung vom Rohteilpuffer bis zum Fertigteil
Wir planen die Richtstation als Einzelmaschine oder als Teil einer vollständigen Fertigungszelle. Ein automatisiertes Konzept kann Rohteilförderer, gekoppelten Transfer, automatische Vorrichtungspositionierung und die Messung vor und nach dem Richten verbinden. Der Wechsel auf andere Profiltypen erfolgt über die Programmauswahl und schnell wechselbare Spannbacken.
Auch Portalhandling, Roboter, nachgelagerte Bearbeitung und die Ablage in Fertigteilgestelle lassen sich einbinden. Taktzeit, Teilemix und verfügbare Stellfläche bestimmen das Anlagenkonzept.
Auslegung passend zu Ihrem Profil
- Streckkräfte: je nach Maschinenauslegung von 5 bis 800 kN.
- Bauteillängen: Ausführungen für etwa 0,8 bis 6,2 m.
- Anwendungen: unter anderem Schweller, Batteriegehäuse-, Rahmen- und Strukturprofile.
Die erforderliche Zugkraft hängt insbesondere vom tragenden Profilquerschnitt und den tatsächlichen Werkstoffkennwerten ab. Legierung, Wärmebehandlungszustand, Geometrie und Toleranzen prüfen wir im Rahmen der Machbarkeitsuntersuchung. Die gezeigte 400-kN-Maschine ist ein Auslegungsbeispiel.
Ihr nächster Schritt
Senden Sie uns Zeichnungen oder 3D-Daten sowie Angaben zu Legierung, Werkstoffzustand, Toleranzen und Stückzahlen. Wir prüfen die Machbarkeit und erarbeiten ein Mess-, Spann- und Anlagenkonzept einschließlich einer Taktzeitabschätzung. Auf Wunsch führen wir Richtversuche mit Ihren Profilen in Stadtlohn durch.
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